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Covid-19 (Corona-Virus) – Was gibt es jetzt zu beachten?

Die Europa derzeit überrollende Coronapandemie hat bei uns bereits zu massiven Einschnitten geführt. So haben wichtige Wirtschaftszweige mit erheblichen Einbußen zu kämpfen, was sich wiederum negativ auf die Belegschaft auswirken kann. Nachfolgen sollen einige der möglichen Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis kurz angerissen werden. Sollten Sie konkret betroffen sein, so stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Krankheit Wenn man selbst an Covid-19 erkrankt sind, gelten die gleichen Regeln wie bei anderen Erkrankungen. Ein Arbeitnehmer bekommt sein Arbeitsentgelt nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz weiterhin bezahlt, wenn er unverschuldet arbeitsunfähig erkrankt ist und das Arbeitsverhältnis bereits mindestens vier Wochen besteht. Die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber wird bis zu sechs Wochen gezahlt. Bei Fortdauern der Erkrankung besteht in der Regel Anspruch auf Krankengeld. Quarantäne Bei der behördlichen Anordnung von Quarantäne aufgrund von Covid-19 dürften Ansprüche nach dem Infektionsschutzgesetz gegeben sein, wenn nicht anderweitige Ansprüche auf Entgeltfortzahlung bestehen. Auch hiernach wird der Verdienstausfall für die Dauer von bis zu sechs Wochen gezahlt. Anschließend reduziert sich der Anspruch auf die Höhe des Krankengeldes. Bei Arbeitnehmern hat der Arbeitgeber für die Lohnfortzahlung während der ersten sechs Wochen aufzukommen. Dieser kann sich die gezahlten Beträge auf Antrag durch das zuständige Gesundheitsamt erstatten lassen. Selbstständige beantragen die Entschädigung direkt selbst beim Amt. Kurzarbeit Unternehmen können Kurzarbeit nicht einseitig anordnen. Für die Anordnung von Kurzarbeit müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, welche jedoch in Folge von Covid-19 bis zum 31.12.2020 herabgesetzt wurden. Sollten die Voraussetzungen vorliegen und Kurzarbeit angeordnet werden, so wird die zu leistende Arbeitszeit reduziert, was mit einer Reduzierung des Entgeltanspruchs einhergeht. Für den Differenzbetrag zum sonstigen Nettoentgelt wird Kurzarbeitergeld durch die Bundesagentur für Arbeit ausbezahlt,...

Was wenn das Kündigungsschutzgesetz nicht anwendbar ist?

In der Regel ist das Kündigungschutzgesetz auf ein Arbeitsverhältnis anwendbar, wenn der Arbeitgeber mehr als zehn Arbeitnehmer in Vollzeit beschäftigt. Im Kündigungsschutzprozess ergeben sich für den Arbeitnehmer hieraus viele Vorteile. Arbeitnehmer, denen dieses Privileg nicht zuteilwird, sollten die Flinte jedoch nicht ohne weiteres ins Korn werfen. Die Erklärung einer Kündigung ist an bestimmte Anforderungen geknüpft. Beispielsweise ist hierfür die Schriftform erforderlich und die Kündigung muss dem Arbeitnehmer (nachweislich) zugegangen sein. Auch wenn dies allgemein bekannt sein dürfte, passieren hier zuweilen Fehler. Aus unserer Praxis sind uns viele Fälle bekannt, in welchen es bereits an solch einfachen Dingen hapert, etwa weil schlicht die Unterschrift vergessen wurde oder die Kündigung nur mündlich erklärt wird. In der Hektik des Tagesgeschäfts ist eben schnell mal ein Fehler passiert, insbesondere in kleineren Betrieben. Weitere Fehlerquellen stellen die Berechnung der Kündigungsfrist und die Formulierung der Kündigung dar. Bei Letzterem kann es besonders heikel werden, da sich hier zuweilen aus kleinen sprachlichen Abweichungen große Unterschiede ergeben können. Hierbei kommt es immer auf die Prüfung im Einzelfall an. Wenn sich die Kündigung trotz einem Vorgehen gegen derartige Fehler oft nicht völlig vermeiden lässt, so kann die Kündigung zumindest um eine gewisse Zeit hinausgezögert werden oder eine Abfindung mit dem Arbeitgeber ausgehandelt werden. Die Überprüfung der Rechtmäßigkeit einer Kündigung sollte in jedem Fall durch einen Rechtsanwalt vorgenommen werden. Gerne stehen wir Ihnen hierfür mit unserer Erfahrung zur Seite. Beachten Sie unbedingt, dass die Klage gegen eine Kündigung innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung am Arbeitsgericht (z.B. Schweinfurt oder Würzburg) eingelegt werden...